| Lübeck will Vorreiter für einen neuen Lehrberuf sein |
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Ein Lübecker ergreift die Initiative: Peter Bode, Obermeister der Elektroinnung, kämpft für einen neuen Lehrberuf. Der Facharbeitermangel in der Elektrobranche ist dramatisch. Peter Bode, Obermeister und Chef des Kücknitzer Unternehmens Habotec, setzt alles daran, dass es möglichst bald die ersten Lehrstellen für "Elektroinstallateure" geben wird. Das Aufgabenspektrum hat sich auch in der Elektrobranche aufgrund der Technologisierung deutlich vergrößert. Der Arbeitskräftemangel ist mittlerweile bedrohlich. Derzeit sucht die Branche nicht nur vergeblich nach hochqualifizierten Elektronikern, es mangelt auch massiv an handwerklich qualifizierten Fachkräften, die zum Beispiel Leitungen verlegen. Der Obermeister verdeutlicht die Misere. Derzeit müssten häufig auf Baustellen für das Verlegen von Kabeln und Leitungen Fremdfirmen herangezogen werden, mit deren Mitarbeitern nicht immer eine vernünftige Kommunikation möglich sei. Bode mit sarkastischem Unterton: "Manchmal ist es angebracht, ein Dolmetscherteam mitzubringen." Der Obermeister hat bei größeren Unternehmen der Branche nachgefragt. Ergebnis: Gebe es den neuen Ausbildungsberuf unterhalb des Elektronikers schon jetzt, könnten auf der Stelle 20 Lehrstellen in Lübeck besetzt werden. Bode betont, dass es keinesfalls das Ziel seiner Initiative sei, Billigarbeitskräfte heranzuziehen. "Wir wollen junge Leute, die sonst keine Chance auf eine Lehrstelle haben, von der Straße holen und sie beruflich qualifizieren." Der Kücknitzer Unternehmer bezeichnet das Elektrohandwerk als "bundesweit die Nummer 1 beim Fachkräftemangel". Derzeit gebe es rund 27 000 offene Stellen: "Der Markt an Elektronikern ist leergefegt." Viele der 44 Betriebe der Lübecker Elektroinnung, die insgesamt 1500 Mitarbeiter haben, müssten mittlerweile Aufträge ablehnen, weil ihnen die Arbeitskräfte fehlen. Bode fordert deshalb dringend einen weiteren Ausbildungsberuf in der Elektrobranche, ähnlich wie im Kraftfahrzeug-Gewerbe. Dort gibt es neben dem Kfz-Mechatroniker auch den Kfz-Servicemechaniker. Während die Lehre für Elektroniker dreieinhalb Jahre dauert, mit einer Zwischenprüfung nach zwei Jahren, könnten die "Elektroinstallateure" nach zwei Jahren ihren Abschluss machen. Später hätten auch sie die Möglichkeit bei entsprechenden Fähigkeiten, sich zum Elektroniker ausbilden zu lassen. Der neue Lehrberuf solle keine Sackgasse sein. Peter Bode sieht in den Hauptschulen "ein erhebliches Potenzial an Jungen und Mädchen mit großer praktischer Leistungsfähigkeit", denen man den Einstieg ins Berufsleben ebnen müsse. Diese bräuchten keine staatlichen Auffangprogramme, sondern eine Lehrstelle. Bode: "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Denn es gibt keinen Mangel an Arbeit." Der Obermeister machte deutlich, dass er Druck machen will: "Der neue Beruf ist kein Wunschdenken, sondern eine Forderung." Nach vorsichtigen Schätzungen könnten bundesweit durch den zusätzlichen Ausbildungsberuf mehrere tausend Lehrstellen geschaffen werden. (Quelle: "Lübecker Nachrichten") |








